Expertenwissen · Ausgabe 01 | 2026 · S. 22–26
Teil I: Sonne und Vitamin D – evolutionäre Ressourcen unserer Gesundheit
Der Mensch ist also nicht nur ein biologischer Organismus. Er ist ein Wesen in Beziehungen: zur Natur, zur Zivilisation und zu seiner sozialen Umwelt. Über Jahrmillionen wurde sein Körper durch Licht und Dunkelheit, Jahreszeiten, Bewegung, Kälte, Wärme, Pflanzen, Mikroben, Hunger, Sättigung, Bindung und Gemeinschaft geprägt. Diese natürlichen Signale waren keine Nebensache, sondern biologische Steuergrößen. Sie wirkten auf Hormone, Immunsystem, Stoffwechsel, Nervensystem und Epigenetik.
[…] Das aktuelle Forschungsgebiet der Epigenetik hat uns gelehrt: unsere Gene sind nicht starr programmiert, sondern reagieren auf Umweltsignale. Was wir essen, wie wir schlafen, wie viel Licht wir sehen, wie viel Stress wir erleben, wie sehr wir uns bewegen und wie verbunden wir uns fühlen, beeinflusst, welche biologischen Programme aktiviert oder gedämpft werden. Gesundheit entsteht deshalb nicht allein durch die Abwesenheit von Krankheit, sondern durch ein Milieu, das dem Menschen erlaubt, seine evolutionären Regulationskräfte zu entfalten.
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